Unsere aktuellen Transfer-Projekte – eine Auswahl

Die Qualität der Informatikbildung in Deutschland ist ein zentraler Faktor für die digitale Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Das Projekt „Informatikbildung in Deutschland“ setzt genau hier an: Es nutzt frei verfügbare Bildungsplandaten, um systematisch zu analysieren, welche Kompetenzen in den Lehrplänen der Bundesländer verankert sind – und wo Entwicklungsbedarf besteht. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Informatikbildung sichtbar zu machen und Impulse für eine zukunftsorientierte, gerechte und nachhaltige Bildungspolitik zu geben.

Die Einführung der Ganztagsschule in Deutschland im Jahr 2003 verfolgt das Ziel, Familie und Beruf besser zu vereinbaren sowie Chancengleichheit und Inklusion zu fördern. Ein Schwerpunkt des Ganztagsangebots liegt auf der Förderung von Bewegung, Spiel und Sport (BeSS), um allen Kindern einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu ermöglichen. Das Forschungsprojekt qualifiziert Lehramtsstudierende und Studierende der Bewegungswissenschaft in Bezug auf BeSS und fördert die Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Schulleitungen und Sportverbänden zur Diskussion praxisrelevanter Herausforderungen. Ziel ist es, die Qualität von BeSS im Ganztagsangebot zu verbessern und durch regelmäßige Netzwerk-Treffen die Zusammenarbeit und Qualitätsentwicklung zu intensivieren.

Bildungssprache ist ein zentraler Bestandteil der neuen Hamburger Bildungspläne (2023), wobei die Deutsche Gebärdensprache (DGS) an den Bildungszentren Hören und Kommunikation als Unterrichtssprache dient. Es besteht ein Bedarf an empirisch fundierten Lehr-Lernprozessen, die visuelle Kommunikationsstrategien und DGS integrieren. Das geplante Transferprojekt Qualifizierung „DGS als Bildungssprache“ zielt darauf ab, ein Qualifizierungsmodul für Lehrkräfte zu entwickeln, in Zusammenarbeit mit erfahrenen Lehrkräften, wissenschaftlichen Mitarbeitenden, DGS-Experten und Studierenden der Sonderpädagogik. Ziel ist es, die DGS-Kompetenzen der Lehrkräfte auszubauen und die Entwicklung bildungssprachlicher Fähigkeiten zu fördern.

In der Weimarer Republik reagierte die Erwachsenenbildung spät auf den Druck des Nationalsozialismus und strebte lange eine politische Neutralität an. Angesichts des aktuellen populistischen Drucks, der auf Menschenfeindlichkeit und Rassismus fußt, stellt sich die Frage, wie Bildungsanbieter auf extremistische Ansichten ihrer Teilnehmenden reagieren sollten. Das Citizen Science Projekt Wehrhafte Demokratie im Bildungswesen untersucht erstmals systematisch, wie Erwachsenenbildungseinrichtungen von extremistischen Ansichten betroffen sind und welche Reaktionsstrategien sie entwickeln.


