Unsere aktuellen Transfer-Projekte – eine Auswahl

TIMSS erhebt regelmäßig internationale Vergleichsdaten zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Schüler:innen und liefert damit essenzielle Erkenntnisse für Bildungsforschung und -politik. Damit diese wissenschaftlich fundierten Ergebnisse nicht nur im Fachdiskurs verbleiben, sondern nachhaltig Wirkung entfalten, ist gezielte Wissenschaftskommunikation unerlässlich. Das Ergänzungsprojekt zu TIMSS 2027 „TIMSS Connect – Connecting Research and Society“ setzt sich zum Ziel, eine wirkungsvolle, langfristig tragfähige Strategie der Wissenschaftskommunikation für die Ergebnisse der TIMS-Studie grundlegend zu entwickeln und zu implementieren. Insbesondere sollen bisher ungenutzte oder unzureichend erschlossene Kommunikationskanäle aktiviert werden, um zentrale Erkenntnisse zielgruppenspezifisch aufzubereiten und sichtbar zu machen. Das Projekt möchte sowohl den innerwissenschaftlichen Transfer als auch die Vermittlung in Bildungspraxis, Öffentlichkeit und Politik stärken. Die in diesem Prozess entstandenen Materialien werden als Open-Access-Ressourcen der Fachcommunity und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Zusätzlich ermöglicht die enge Verzahnung mit Partnerinstitutionen und -schulen nachhaltige Netzwerke und einen kontinuierlichen Wissenstransfer.

Inklusion im Mathematikunterricht ist eine zentrale Herausforderung für deutsche Schulen. Im Projekt Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME) wurde eine Fortbildung für Lehrkräfte zum inklusiven Unterricht am Beispiel der Algebra entwickelt und ihre Wirksamkeit positiv evaluiert. Im Februar 2026 startet im Verbund der Universitäten Köln, Hamburg und Leipzig das Nachfolgeprojekt TEDS-IME-Transfer. In Zusammenarbeit mit Landesinstituten aus 13 Bundesländern führen Beteiligte des Verbundprojekts diese Professionalisierungsmaßnahme an den Instituten durch und verfolgen dabei die langfristige Implementierung in die Curricula der Landesinstitute. Lehrkräfte erhalten konkrete Unterrichtsmaterialien und lernen, Verstehenshürden von Schüler:innen zu erkennen und gezielt zu unterstützen. Darüber hinaus begleitet das Projekt den Wissenszuwachs der Lehrkräfte und die Qualität ihres Unterrichts mit empirischen Methoden.

Die Qualität der Informatikbildung in Deutschland ist ein zentraler Faktor für die digitale Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Das Projekt „Informatikbildung in Deutschland“ setzt genau hier an: Es nutzt frei verfügbare Bildungsplandaten, um systematisch zu analysieren, welche Kompetenzen in den Lehrplänen der Bundesländer verankert sind – und wo Entwicklungsbedarf besteht. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Informatikbildung sichtbar zu machen und Impulse für eine zukunftsorientierte, gerechte und nachhaltige Bildungspolitik zu geben.

Bildungssprache ist ein zentraler Bestandteil der neuen Hamburger Bildungspläne (2023), wobei die Deutsche Gebärdensprache (DGS) an den Bildungszentren Hören und Kommunikation als Unterrichtssprache dient. Es besteht ein Bedarf an empirisch fundierten Lehr-Lernprozessen, die visuelle Kommunikationsstrategien und DGS integrieren. Das geplante Transferprojekt Qualifizierung „DGS als Bildungssprache“ zielt darauf ab, ein Qualifizierungsmodul für Lehrkräfte zu entwickeln, in Zusammenarbeit mit erfahrenen Lehrkräften, wissenschaftlichen Mitarbeitenden, DGS-Experten und Studierenden der Sonderpädagogik. Ziel ist es, die DGS-Kompetenzen der Lehrkräfte auszubauen und die Entwicklung bildungssprachlicher Fähigkeiten zu fördern.


