Das Unsichtbare im Unterricht sichtbar machen
Von der Unterrichtsforschung zur Twin Transformation: Wir entwickeln eine regelmäßige Transferveranstaltung für digitale, nachhaltige Bildung.
Digitale Daten ersetzen kein professionelles Urteil – sie eröffnen neue Räume für Reflexion.
Warum
- Wer erhält Aufmerksamkeit im Unterricht?
- Wer beteiligt sich – und wer bleibt unsichtbar?
- Wie können Daten Lehrkräfte dabei unterstützen, verborgene Muster zu reflektieren?
Unser Projekt nutzt videobasierte Unterrichtsbeobachtung und datenbasierte Reflexion, um Unterrichtsinteraktionen genauer zu verstehen und inklusiven, gerechten und nachhaltigen Unterricht weiterzuentwickeln.
Von der Beobachtung zur Reflexion zur Wirkung
Unser Vorgehen folgt fünf aufeinander aufbauenden Schritten:
- Beobachten: Unterrichtsinteraktionen werden beobachtet und aufgezeichnet.
- Erfassen: Video- und biometrische Messdaten, zum Beispiel Herzfrequenz, werden erhoben.
- Visualisieren: Die Daten werden synchronisiert, visualisiert und mit beobachtbaren Ereignissen verbunden.
- Reflektieren: Lehrkräfte und Praxispartner:innen reflektieren die Daten gemeinsam.
- Verbessern: Die Erkenntnisse unterstützen gerechteren, inklusiveren und nachhaltigeren Unterricht.
Was wir tun
Ein schulisches Unterrichtsvideolabor aufbauen
Wir bauen ein schulisches Unterrichtsvideolabor als Raum für Unterrichtsbeobachtung, Analyse und gemeinsame Reflexion auf. Mehrere hochauflösende Kameras und Audioaufnahmen ermöglichen es, Unterricht aus verschiedenen Perspektiven synchron zu betrachten und Beobachtungsausschnitte flexibel zu verändern – vom Überblick bis zum Detail.
Das Labor gemeinsam erproben
Wir erproben das Labor mit unterschiedlichen Akteur:innen der Lehrkräftebildung: mit Lehrkräften, Mentor:innen für Referendar:innen und Kernpraktikant:innen, angehenden Lehrkräften sowie Seminarleiter:innen des Landesinstituts. Dabei geht es nicht nur um die Vorstellung der Technik, sondern um gemeinsame Erfahrungen mit videobasierter Unterrichtsbeobachtung.
Transfer in die Praxis gestalten
Wir diskutieren mit Praxispartner:innen, wie digitale Unterrichtsforschung für Lehre, Ausbildung und Schulentwicklung nutzbar gemacht werden kann. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Unterrichtsreflexion, der Nutzung des Labors in der Lehrkräftebildung und möglicher Anwendungsszenarien in der schulischen Praxis.
Mit wem wir arbeiten
Ko-kreativer Transfer zwischen Forschung und Praxis – getragen von einem Netzwerk aus Wissenschaft, Lehrkräftebildung und Schulpraxis:
- Universität Hamburg
- Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
- Berufliche Schule St. Pauli
- Lehrkräfte und Mentor:innen
- Angehende Lehrkräfte
- Open Research Hub
Was wir bisher erreicht haben
- Ein Fortbildungsformat für das schulische Lehr-Lern-Labor wurde entwickelt.
- Das Format wurde mit Lehrkräften, Mentor:innen, Lehrkräftebildner:innen und angehenden Lehrkräften erprobt.
- Weitere Transferaktivitäten für eine breitere Bildungsöffentlichkeit sind in Vorbereitung.
- Andere Schulen zeigen bereits Interesse an Kosten und Aufwand für den Aufbau eines ähnlichen Labors.
Unser Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs)
- SDG 4 – Hochwertige Bildung: reflexiven und evidenzinformierten Unterricht unterstützen.
- SDG 5 – Geschlechtergleichheit: geschlechterbezogene Muster in Unterrichtsinteraktionen diskutierbar machen.
- SDG 10 – Weniger Ungleichheiten: Beteiligung, Aufmerksamkeit und Inklusion reflektieren.
- SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: universitäre Forschung, Schule und Lehrkräftebildung miteinander verbinden.
Kontakt
Prof. Dr. Jens Siemon – jens.siemon"AT"uni-hamburg.de
Dr. Enqi Fan – enqi.fan"AT"uni-hamburg.de