Runder Tisch zum Thema Online-Aggression im Bildungsministerium Kirgisistans
20. Mai 2026

Foto: Taalim-Forum / Doolbekova
Datum: 11. März 2026
Ort: Bischkek, Kirgisistan, Bildungsministerium der Kirgisischen Republik
Am 11. März 2026 fand im Bildungsministerium der Kirgisischen Republik ein Runder Tisch zum Thema „Herausforderungen von Online-Aggression unter Jugendlichen in Kirgisistan“ statt. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen, Bildungsorganisationen sowie der Wissenschaft zusammen. Insgesamt nahmen 84 Personen in Präsenz- und Onlineformaten teil, darunter die stellvertretende Bildungsministerin Lira Samykbaeva. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem ein Policy Brief des Projekts vorgestellt, der in englischer, russischer und kirgisischer Sprache vorliegt und der evidenzbasierten politischen Diskussion sowie der breiteren Verbreitung unter relevanten Akteuren dient.
Während des Runden Tisches präsentierten Forschende der Taalim-Forum Public Foundation Ergebnisse einer empirischen Studie aus dem Jahr 2025, die im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts in Kooperation mit der Universität Hamburg durchgeführt wurde. Die Studie basiert auf einer Befragung von 2.096 Teilnehmenden im Alter von 12 bis 25 Jahren aus 128 Bildungseinrichtungen in allen Regionen Kirgisistans, einschließlich Bischkek und Osch.
Die Ergebnisse zeigen, dass etwa jede zweite befragte Person im vergangenen Jahr Erfahrungen mit Formen von Online-Aggression gemacht hat. Dies deutet auf eine zunehmende Normalisierung negativer digitaler Erfahrungen unter Jugendlichen hin.
Auf Grundlage der Studienergebnisse stellten die Forschenden zudem einen Policy Brief vor, der in englischer, russischer und kirgisischer Sprache verfügbar ist und die evidenzbasierte politische Diskussion sowie die Verbreitung der Ergebnisse unter bildungspolitischen und institutionellen Akteuren unterstützen soll.
Im Rahmen der Diskussion wurden zentrale Handlungsempfehlungen zur Stärkung sicherer digitaler Lernumgebungen formuliert. Dazu zählen insbesondere die Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen, die Einführung einer rechtlichen Definition von Cybermobbing sowie die stärkere Integration digitaler Ethik und Online-Sicherheit in die Lehrkräftebildung und schulische Praxis. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf präventiven Ansätzen sowie dem Ausbau psychosozialer Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler.
Foto: Taalim-Forum / Doolbekova
Foto: Taalim-Forum / Doolbekova
Die Forschenden betonten abschließend, dass die Reduzierung von Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen koordinierte, systemische und sektorenübergreifende Maßnahmen erfordert.
Die Aktivitäten wurden im Rahmen des vom DAAD geförderten Projekts „Transnational Educational and Research Strategies Against Digital Hate“ durchgeführt.
Weitere Informationen:
- Roundtable coverage on the website of the Ministry of Education of the Kyrgyz Republic
- Online Aggression: Research Findings and Practical Solutions, Kut Bilim educational portal
- Taalim-Forum Public Foundation
- Policy brief “THE CHALLENGES OF ONLINE AGGRESSION AMONG TEENAGERS AND YOUTH IN KYRGYZSTAN” (verfügbar in English, Russian, and Kyrgyz)

