Transnationale Bildungs- und Forschungsstrategien gegen digitalen Hass
Das Projekt verbindet wissenschaftliche Forschung, pädagogische Praxis und die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland, Ukraine, Moldau und Kirgisistan. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, Fachkräfte gezielt zu qualifizieren und langfristig wirksame Strategien zur Prävention und Intervention bei digitalem Hass zu entwickeln.
Digitaler Hass stellt eine wachsende Herausforderung für demokratische Teilhabe, soziale Beziehungen und die psychische Gesundheit junger Menschen dar. Das Projekt begegnet diesen Entwicklungen mit einem interdisziplinären und transnationalen Ansatz. Durch die enge Verzahnung von Forschung, Bildung und Praxis fördern wir digitale Resilienz, unterstützen zivilgesellschaftliches Engagement und leisten einen Beitrag dazu, digitale Räume sicherer, inklusiver und demokratischer zu gestalten.
Projektziele
Das Projekt verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zu digitalem Hass gezielt in Bildung, Praxis und internationale Zusammenarbeit zu übertragen. Zentrale Forschungsergebnisse werden systematisch aufbereitet und international geteilt. Parallel dazu werden Fachkräfte aus Schulen, Hochschulen, NGOs und der Jugendarbeit in strukturierten, mehrteiligen Qualifizierungsformaten weitergebildet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Empowerment junger Menschen: In allen Partnerländern finden Peer-Workshops statt, die Jugendliche und junge Erwachsene dazu befähigen, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren digitaler Zivilcourage aktiv zu werden. Darüber hinaus stärkt das Projekt die internationale Vernetzung zwischen Forschung, Praxis und Zivilgesellschaft und entwickelt nachhaltige, mehrsprachige Bildungsressourcen, die über das Projektende hinaus genutzt werden können.
Zentrale Aktivitäten 2026
Im Projektjahr 2026 werden in Partnerländern Maßnahmen umgesetzt, die Forschung, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement eng miteinander verbinden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Fachkräften aus Schule, Hochschule, Sozialarbeit und Jugendarbeit. In digitalen und lokalen Multiplikator*innen-Schulungen erwerben sie praxisnahe Kompetenzen, um digitalen Hass zu erkennen, einzuordnen und wirksam darauf zu reagieren.
Parallel dazu werden Peer-Workshops für Jugendliche durchgeführt, die junge Menschen darin unterstützen, digitale Konflikte reflektiert zu bearbeiten und aktiv zu einer respektvollen Online-Kommunikation beizutragen. Die Workshops setzen auf partizipative Methoden und fördern den Austausch zwischen jungen Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten.
Ein zentrales internationales Format des Jahres ist das Cross-Cultural Media Camp in Moldau. Die viertägige Veranstaltung bringt Fachkräfte, Forschende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Vertreterinnen zivilgesellschaftlicher Organisationen zusammen. Im Mittelpunkt stehen medienpädagogische Workshops, die Diskussion aktueller Forschungsergebnisse sowie die gemeinsame Entwicklung von Strategien zur Prävention und Intervention bei digitalem Hass.
Ergänzend entstehen in internationalen Arbeitsgruppen praxisnahe, mehrsprachige Materialien und Leitfäden für Bildung und Pädagogik, die nach Projektende dauerhaft zur Verfügung stehen. Darüber hinaus absolvieren drei Nachwuchswissenschaftler*innen aus Moldau, Kirgisistan und der Ukraine eigene Forschungsphasen, einschließlich eines Forschungsaufenthalts an der Universität Hamburg. Damit leistet das Projekt einen gezielten Beitrag zur internationalen Nachwuchsförderung und zur nachhaltigen Verankerung der Projektthemen in Forschung und Lehre.
Unsere Partner
In der Ukraine koordiniert Prof. Dr. Svitlana Khadzhyradieva (State University of Intelligent Technologies and Telecommunications) die Zusammenarbeit und die Abstimmung mit weiteren ukrainischen Partnerinstitutionen, darunter die Staatliche Humanitäre Universität Izmail sowie die Südukrainische Nationale Pädagogische Universität K. D. Ushinsky.
In Kirgisistan arbeiten wir mit Almagul Osmonova, Jyldyz Doolbekova und Aigerim Zholchubekova (Taalim-Forum Public Foundation) zusammen. In Moldau sind Prof. Dr. Svetlana Haraz, Tatjana Focsa und Svetlana Rusnac (Free International University of Moldova) unsere Partnerinnen.
Bei Interesse an einer Beteiligung oder Kooperation freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.
Kontakt:
Julia Levin
Universität Hamburg
E-Mail: julia.levin"AT"uni-hamburg.de
Förderung
Dieses Projekt wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.