Praxiskolleg „Ein Quadratkilometer Bildung“Festakt zum Abschluss der Weiterbildung zum/zur „Berater(in) für sprachliche Bildung in Netzwerken“ an der Universität Hamburg
10. Januar 2019, von Judith Keinath

Foto: Scheinhardt-Stettner
Am 14. Dezember 2018 beendeten die ersten neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Programm „Ein Quadratkilometer Bildung“ ihre einjährige Weiterbildung zur bzw. zum Berater/in für sprachliche Bildung in Netzwerken. Der Festakt im Zentrum für Weiterbildung der Universität Hamburg bildete gleichzeitig den Start für die zweite Gruppe von 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Weiterqualifizierungsangebot der Freudenbergstiftung wird durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gruppe DivER (Diversity in Education Research Group) gestaltet und durchgeführt; die Leitung hat Frau Prof. Dr. Drorit Lengyel.
Durch die Weiterbildung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pädagogischen Werkstätten in verschiedenen Standorten von „Ein Quadratkilometer Bildung“ zur Beratung und Unterstützung schulischer und außerschulischer Einrichtungen bei der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von sprachbildenden Maßnahmen qualifiziert worden.
Dies zeigten sie in einer Postersession, in der sie ihre Entwicklung und Diskussionsergebnisse gruppenweise dargestellten. Bei gegenseitigen Nachfragen konnten die sehr unterschiedlichen Bedingungen und ziemlich kreativen Lösungen an den einzelnen Standorten kennen gelernt und kritisch geprüft werden. Wie in einer Galerie wurden die Poster betrachtet, mussten „verteidigt“ werden und zeigten, dass die Auseinandersetzung mit Begriffen (Mehrsprachigkeit oder andere Muttersprache?), pädagogischen Konzepten (Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sprachförderung und Sprachbildung?) und Institutionenentwicklung (Welche Qualitätskriterien gibt es?) produktiv auf die Arbeit im eigenen Quadratkilometer angewendet wurden.
Die Absolventinnen und Absolventen genossen den Austausch und konnten stolz auf ihre Ergebnisse verweisen. Die regelmäßigen Treffen in Hamburg – heute zum letzten Mal für sie – bilden im Programm ein wichtiges Gegengewicht zu den Regionaltreffen. So trifft Theorie und Konzept und die Orientierung an übergreifenden Fragen auf den Alltag und seine konkreten Anforderungen. Und die Erwartungen der „Neuen“ schraubte sich in die Höhe: Was würden sie mitnehmen aus den Angeboten des kommenden Jahres?
Eine kurze Rede von Sascha Wenzel im Namen der Freudenbergstiftung hob hervor, dass die Stiftung ihre Verantwortung für die Entwicklung des „Quadratmeters Bildung“ ernst nimmt. Ihr Anliegen sei die „Unterstützung unterstützender Strukturen“, also die Stärkung von Netzwerken. Er verwies auf die politische Dimension der pädagogischen Arbeit in den Schulen und Einrichtungen, die besonders in der Gegenwart wichtiger geworden sei. Die Stiftung habe sich bisher nicht dafür entschieden, das Programm auslaufen zu lassen, sondern wolle es stärken, z.B. indem Konzepte wie die „Pädagogischen Werkstätten“ verbreitet würden. Dafür sei aber das Engagement der Kommunen und Bundesländer entscheidend.
Es folgte das Wichtigste: die Überreichung der Zertifikate an die Absolventinnen und Absolventen. Ihnen wurden 15 ECTS (= 450 Stunden) bescheinigt, erworben durch 84 Unterrichtsstunden in Regionalgruppen, 112 UStd. zentral an der Universität Hamburg und 250 Std. Selbststudium mit Lektüre und Portfolioaufgaben.
Herzlichen Glückwunsch!
Maritim ging der Abend zu Ende mit einer großen Hafenrundfahrt durch Speicherstadt und Hafencity bis Blankenese. Bei adventlichem Glühwein wirkten die weißen und gelben Lichter zwischen den riesigen Verladekränen, Tausenden Containern und den Schiffen wie Hochhäusern etwas gespenstisch. Aber am Ende fehlte niemand.
Ein herzlicher Dank an alle Beteiligten!

