Dokumentationsformen
Die Dokumentation des Einsatzes generativer KI in Studien- und Abschlussarbeiten dient nicht nur dem Nachweis der Eigenständigkeit, sondern bietet die Chance, den eigenen Schreib- und Denkprozess kritisch zu reflektieren. Sie kann so zu einem Instrument wissenschaftlicher Selbstverständigung werden – über den angemessenen, verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit KI-Werkzeugen.
Entscheidend ist daher die Frage, wofür die Nutzung generativer KI dokumentiert werden soll: als Nachweis, als Reflexionsanlass oder als Bestandteil eines gemeinsamen Lernprozesses. Wird der Eigenständigkeitsnachweis ausschließlich als Kontrollinstrument verstanden, entsteht kein Mehrwert. Wird er dagegen als Ausgangspunkt für Dialog und Reflexion genutzt, kann er Lehrenden Einblicke in Denkprozesse eröffnen und Studierende darin unterstützen, ein Bewusstsein für den reflektierten Einsatz von KI zu entwickeln. So entsteht eine gemeinsame Praxis, die Eigenständigkeit stärkt und wissenschaftliches Arbeiten zukunftsfähig macht.
Die aktuell gängigen Formen der Dokumentation unterscheiden sich sowohl in ihren Zielen als auch im Umfang. Hier finden Sie Hilfestellungen zur Entscheidung, welche Dokumentationsform für Ihre Anforderungen angemessen ist sowie jeweils Leifäden, Handouts und Kopiervorlagen.
Hier finden Sie eine Entscheidungshilfe zur Instrumentenwahl der Dokumentationsformen
| Instrument | Anforderungen | Vorteil | Einschränkungen |
| Liste mit Verwendungszweck | Unsortierte Auflistung aller Tools einschließlich Verwendungszweck | Einfach, schnell zu erstellen (Studierende) | Reihenfolge nicht anpassbar (Lehrende) |
| Arbeitsphasenorientierte Dokumentation | Tool-Verwendung im Arbeitsprozess soll dokumentiert werden | Schnell zu überblicken (Lehrende) | Erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der Tabelle und den Zuordnungen im Vorfeld des Ausfüllens (Studierende) |
| Reflexionsorientierte Dokumentation I: Erkenntnismatrix für den KI-Kompetenzerwerb | Dokumentationsanforderungen werden gezielt festgelegt und in Form von Fragen an Studierende vermittelt | Dokumentationszwecke und Anforderungen werden spezifisch angepasst (Lehrende) | Planungsaufwand im Vorfeld (Lehrende) |
| Reflexionsorientierte Dokumentation II: Holistische Dokumentation | Reflexion des Gebrauchs in einem Absatz | Wenig Vorgaben (Studierende und Lehrende) | Erfordert Umgang mit Unbestimmtheit (Studierende und Lehrende) |
Diese Tabelle ist eine angepasste Version einer Entscheidungshilfe aus folgendem Dokument: KI-Gebrauch im Studienkontext dokumentieren (Baresel et. al., 2024, CC-BY).
