Mehr Dialog im öffentlichen Raum! Rückblick auf die internationale DIPS Conference 2026
1. September 2026

Foto: UHH/privat
Vom 20.-22. August 2026 fand zum ersten Mal die Konferenz Discourse in Public Spaces (kurz DIPS) an der Universität Hamburg statt. Mit internationalen Gästen aus Bildung, Forschung, Philosophie, Kunst und Politik. Gemeinsam diskutierten sie darüber, wie Dialog im öffentlichen Raum gelingen kann.
Die Konferenz wurde federführend von Prof. Dr. Kerstin Michalik (Professorin für Didaktik des Sachunterrichts, Universität Hamburg) in Kooperation mit Prof. Dr. Susan Gardner (Professorin für Philosophie, Capilanou Universität Vancouver, Kanada) und Prof. Dr. Arie Kiezel (Professor für Bildungstheorie, Universität Haifa, Israel) organisiert. Im Zentrum der Konferenz stand der Dialog in öffentlichen Räumen und damit verbundene philosophische und politische Fragen: Wie können wir auch zu schwierigen Themen wieder ins Gespräch kommen? Was bedeutet eigentlich „Dialog“? Warum brauchen wir Dialog für demokratische Prozesse? Und wie können Kinder lernen, mit anderen Meinungen und Haltungen umzugehen?
Rund 50 Teilnehmende aus allen Kontinenten kamen zusammen, um gemeinsam diese und weitere Fragen zu diskutieren. Die Idee für die Konferenz entstand aus einer internationalen Community von Forschenden und Bildungspraktiker:innen, die sich mit dem Thema Philosophieren mit Kindern auseinandersetzen. Dabei beschränkte sich der Konferenzrahmen nicht auf das Philosophieren mit Kindern, sondern nahm auch andere öffentliche Räume in den Blick, in denen demokratische Dialoge entstehen (können): Dialogformate in Gefängnissen, Patient:innen-Ärtz:innen-Beziehungen oder Universitäten.
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Keynote von Prof. Dr. Judith Simon (Professorin für Ethik in der Informationstechnologie, Universität Hamburg) zum Thema „Knowing, Thinking and Being with Artificial Intelligence“. Sie widmete sich dem Zusammenhang von generativer KI und demokratischen Prozessen. Generative KI widerspricht selten und vermittelt den Eindruck, neutrale und objektive Ergebnisse zu liefern. Somit sei sie, so Judith Simon, eine bequeme Alternative zu „echtem“ Dialog. Dies berge die Gefahr, dass wir verlernen, uns kritisch mit unseren und anderen Perspektiven auseinanderzusetzen.
In einem sind sich die Teilnehmenden und Gastgeber:innen von DIPS einig: Diese kritische Auseinandersetzung ist ein wichtiger Teil demokratischer Prozesse – und dafür braucht es Dialog. Denn Dialog bedeutet Offenheit für andere Standpunkte und die Bereitschaft, die eigene Haltung zu überdenken, mit Komplexität umzugehen und Ungewissheit auszuhalten.
Die DIPS Conference soll zukünftig alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfinden.



