Digitaler Hass in konfliktsensitiven Kontexten
Digitaler Hass in konfliktsensitiven Kontexten ist eine internationale Forschungs- und Bildungsinitiative. Seit 2024 untersuchen wir, wie digitaler Hass Jugendliche und junge Erwachsene in konfliktgeprägten Regionen betrifft und mit welchen Ansätzen wirksam dagegen vorgegangen werden kann.
Wir arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Diese Kooperationen bauen auf über 16 Jahren gemeinsamer Arbeit mit Partnern aus Deutschland, der Ukraine, Moldau und Kirgisistan auf.
Unser Ziel ist es, Ursachen und Folgen digitalen Hasses systematisch zu erforschen. Auf dieser Grundlage entwickeln wir praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Ansätze zur Prävention und Intervention.
Mehr zu den Projekten
2026: Transnationale Bildungs- und Forschungsstrategien gegen digitalen Hass
2025: Gemeinsam gegen Hass im Internet
2024: Navigieren im digitalen Raum: Konfliktsensitive Unterstützungsstrategien für jugendliche Flüchtlinge
Warum dieses Thema wichtig ist
Digitale Räume prägen die Lebenswelt junger Menschen in besonderem Maße. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, mit Cybermobbing, Hassrede, Diskriminierung oder Desinformation konfrontiert zu werden. Internationale Entwicklungen wie der Krieg in der Ukraine, gesellschaftliche Spannungen in der Republik Moldau und ethnopolitische Konflikte in Kirgisistan können solche Dynamiken zusätzlich verschärfen, sowohl im Netz als auch im Alltag junger Menschen.
Die Initiative reagiert darauf, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch mit Bildungs- und Transferangeboten verbindet. Gleichzeitig stärkt sie internationale Netzwerke, die langfristig zur Förderung digitaler Zivilcourage, demokratischer Teilhabe und inklusiver digitaler Umgebungen beitragen.
Ziele und Zielgruppen
Im Mittelpunkt stehen der Auf- und Ausbau wirksamer Schutz- und Präventionsmechanismen, die Stärkung junger Menschen im Umgang mit Online-Aggressionen sowie die wissenschaftliche Untersuchung digitaler Risiken und Schutzfaktoren. Forschungsergebnisse werden zielgruppengerecht aufbereitet und über Publikationen, Fortbildungen, Handreichungen und internationale Austauschformate zugänglich gemacht.
Die entwickelten Ansätze richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene sowie an Fachkräfte und Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten, darunter Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Jugendorganisationen, kommunale Träger, Ministerien und Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen.
Ergebnisse
Im Bereich der Forschung wurden mehrere groß angelegte empirische Studien durchgeführt, darunter eine repräsentative Online-Befragung mit über 2.000 jungen Menschen in Kirgisistan sowie internationale Erhebungen in Deutschland, Georgien, Ukraine, Moldau und Kirgisistan mit insgesamt mehr als 6.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Im Bereich der Bildungs- und Trainingsarbeit wurden Pilot- und Weiterbildungsformate für Jugendliche, Studierende sowie Fachkräfte entwickelt und umgesetzt. Dazu zählen das Trainingsprogramm „ReAction“ in Kirgisistan, sowie Workshops mit Teilnehmenden aus europäischen Ländern.
Unsere Partner
In der Ukraine koordiniert Prof. Dr. Svitlana Khadzhyradieva (State University of Intelligent Technologies and Telecommunications) die Zusammenarbeit und die Abstimmung mit weiteren ukrainischen Partnerinstitutionen, darunter die Staatliche Humanitäre Universität Izmail sowie die Südukrainische Nationale Pädagogische Universität K. D. Ushinsky.
In Kirgisistan arbeiten wir mit Almagul Osmonova, Jyldyz Doolbekova und Aigerim Zholchubekova (Taalim-Forum Public Foundation) zusammen. In Moldau sind Prof. Dr. Svetlana Haraz, Tatjana Focsa und Svetlana Rusnac (Free International University of Moldova/ULIM) unsere Partnerinnen.
Neuigkeiten zum Projekt
Workshop: Hass gegen Frauen im Gaming (Universität Hamburg)
Interview Forschung & Transfer: Mobbing / Cybermobbing (Universität Hamburg)
Internationale Summer School „Gegen Hass im Netz“ (Universität Hamburg)
ReAction Training (Taalim Forum, Kyrgyzstan)
Interesse an Workshops oder Kooperationen
Wir bieten Fortbildungen, Workshops und Beratungsangebote für Schulen, Hochschulen, Jugendzentren, NGOs und weitere Institutionen an, die sich mit digitalem Hass, Medienbildung und Prävention beschäftigen. Interessierte Einrichtungen können sich jederzeit an uns wenden.
Kontakt:
Julia Levin
Universität Hamburg
E-Mail: julia.levin"AT"uni-hamburg.de
Förderung
Diese Projekte werden durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.