Sprachenvielfalt von & mit Schüler:innen in Delmenhorst unter Leitung von LiDS-Mitglied Yaron Matras
25. Juni 2026

Foto: LiDS
Mehrsprachigkeit ist allgegenwärtig, sei es in Form der Herkunftssprache im familiären Gebrauch, des Fremdsprachenunterrichts in der Schule oder des steigenden Interesses an Fremdsprachen durch den Medienkonsum. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Forschungsprojekt zur Sprachenvielfalt in Delmenhorst. Im Rahmen dessen erforschen Schüler:innen und Wissenschaftler:innen erstmals gemeinsam die Sprachkenntnisse und den Sprachgebrauch in ihrem schulischen und familiären Umfeld. Im Rahmen dieser Befragung gewannen sie zudem nach über 20 Jahren die ersten statistischen Daten zu diesem Thema in Deutschland.
Yaron Matras, Leiter des Forschungsprojekts, ist assoziiertes Mitglied im LiDS-Forschungszentrum sowie Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs. Gemeinsam mit Oldenburger Wissenschaftler:innen erforschte Prof. Matras die Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt von Delmenhorst. Dazu befragten unter seiner Leitung eine Schüler:innengruppe des 11. Jahrgangs der IGS Delmenhorst insgesamt 540 Schüler:innen im Alter von 10-19 Jahren danach, welche Sprachen in ihrem Alltag eine Rolle spielen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei 45% der Befragten Deutsch nicht die Herkunftssprache ist. Durchschnittlich geben die Befragten an, drei bis vier Sprachen zu beherrschen. Über 80% der Befragten geben außerdem an, Englisch zu sprechen. Der Gebrauch reicht dabei über den Unterricht hinaus und spiegelt sich im alltäglichen Gebrauch unter Freund:innen, sowie im Medienkonsum auf Englisch wider. Medienkonsum findet auch in den Herkunftssprachen der Jugendlichen statt, was die Relevanz des Erhalts von Herkunftssprachen herausstellt. Durch Mediennutzung wird auch das Interesse an weiteren Fremdsprachen, wie Japanisch oder Italienisch, geweckt. Yaron Matras betont das Potenzial von Mehrsprachigkeit und unterstreicht, dass "Sprachen miteinander existieren, nicht gegeneinander".
Durch die Befragung der Schüler:innen unter Berücksichtigung ihrer Familien und ihrer Freund:innen konnten Ergebnisse über Generationen hinweg und über die Schule hinaus gewonnen werden. Somit geben sie relevanten Aufschluss über Sprachkenntnisse und Sprachgebrauch in Teilen der Delmenhorster Bevölkerung und machen die gelebte Sprachenvielfalt sichtbar. Weitere Infos zum Forschungsprojekt finden Sie hier: Link

