Start des Projektes „Erziehung, Bildung, Kolonialität. Postkoloniale Bildung in der erziehungswissenschaftlichen Hochschullehre“ (ErzBiKo)
16. September 2026

Foto: UHH/Kaur
Am 1. September 2026 startete das Kooperationsprojekt „Erziehung, Bildung, Kolonialität. Postkoloniale Bildung in der erziehungswissenschaftlichen Hochschullehre“ (ErzBiKo) mit einer Eröffnungsveranstaltung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft in Hamburg. Zu Gast waren Vertreter:innen der Partneruniversitäten aus Frankfurt, Yaoundé und Garoua sowie der Botschaft der Republik Kamerun.
Das von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre auf zwei Jahre geförderte Lehrforschungsprojekt macht postkoloniale Perspektiven in der Erziehungswissenschaft zum zentralen Thema. Hierzu wird ab dem Wintersemester 2026/27 ein Kooperationsseminar parallel an der Universität Hamburg und der Goethe-Universität Frankfurt angeboten. Ziel des Projektes ist es, Studierenden und Lehrenden der Erziehungswissenschaft einen kritisch-reflexiven Zugang zum Kolonialismus und dessen fortlaufenden Auswirkungen in Bezug auf Bildung und Erziehung zu ermöglichen. Um dabei nicht nur europäische Perspektiven zu berücksichtigen und kamerunische Erfahrungen zu integrieren, findet ein enger Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden mit den Universitäten Yaoundé 1 und Garoua in Kamerun statt. Das Projekt stärkt somit auch den Wissensaustausch und die wissenschaftlichen Beziehungen der beiden Länder.
Die Eröffnungsveranstaltung am 1. September war der offizielle Start für das Kooperationsprojekt. Zu Wort kamen Prof. Dr. Claus Krieger (Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg), Dr. Maryse Nsangou (Kulturberaterin der Botschaft der Republik Kamerun), Prof. Dr. Stefan Liebing (Honorarkonsul der Republik Kamerun in Hamburg), Prof. Dr. Ilonca Hardy (Prodekanin für akademische Angelegenheiten der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität-Frankfurt), Prof. Alhadji Mahamat (Universität Garoua), Prof. Dr. Alexis Armélien Gasisou (Universität Yaoundé 1), Dr. Hamidou Hassana (Postdoktorand und Gastwissenschaftler an den Universitäten Garoua und Hamburg), Prof. Dr. Bettina Kleiner (Goethe-Universität-Frankfurt) und Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann (Projektleiterin, Universität Hamburg). In den Redebeiträgen wurde die Bedeutung der gemeinsamen (Kolonial)Geschichte sowie das langjährige Engagement von Dr. Hamidou Hassana hervorgehoben, der durch seine akademischen Aktivitäten wesentlich dazu beitrug, dass aus einer Idee ein konkretes Projekt werden konnte.
Nach der Eröffnungsveranstaltung fand vom 2.-5. September ein maßgeblich von Janet Owusu und Sidney Oliveira (beide Universität Hamburg) konzipierter Auftaktworkshop statt, an dem die Projektpartner:innen sowie Studierende der deutschen und kamerunischen Universitäten teilnahmen. Ab dem Wintersemester sind neben dem Kooperationsseminar gemeinsame Besuche (post)kolonialer Orte sowie eine studentische Tagung geplant. Damit das Konzept auch für andere Standorte anschlussfähig wird, werden Texte, Lernressourcen, didaktische Überlegungen sowie das Seminarkonzept im Portal der Hamburg Open Online University (HOOU) frei zugänglich veröffentlicht. Außerdem wird ein gemeinsames Positionspapier mit Überlegungen zu einer Kolonialismus reflektierenden Bildung in der Erziehungswissenschaft erarbeitet.




