ERZBIKO: ERZIEHUNG, BILDUNG, KOLONIALITÄT. POSTKOLONIALE BILDUNG IN DER ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTLICHEN HOCHSCHULLEHRE
In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und den Universitäten Garoua und Yaoundé 1 in Kamerun
Projektbeschreibung:
Ziel des Projekts ist es, (Master-)Studierenden der Erziehungswissenschaft Bildungsprozesse im Hinblick auf eine den Kolonialismus reflektierende Bildung durch standortübergreifendes, forschendes Lernen zu ermöglichen. Postkoloniale Perspektiven sind für das Selbstverständnis der Erziehungswissenschaft wie für die Ausbildung und Berufstätigkeit künftiger Pädagog:innen von hoher Bedeutung, da sie die mehrschichtige Auseinandersetzung kolonialer Kontinuitäten sowie eine professionelle pädagogische Haltung erst ermöglichen. Die erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem (deutschen) Kolonialismus und seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart steckt allerdings noch in den Anfängen; deren hochschuldidaktische Implementierung ist kaum erprobt. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt vier Vorhaben:
- Für Studierende der Erziehungswissenschaft (EW) wird eine Lehrveranstaltung zum Thema „Erziehung, Bildung, Kolonialität“ zu Beginn des Masterstudiums als Kooperationsseminar an den Universitäten Hamburg und Frankfurt konzipiert, umgesetzt und evaluiert.
- Damit soll ein Beitrag zur Curriculumentwicklung im Rahmen des Reformprozesses der B.A.- und M.A.-Studiengänge Erziehungs- und Bildungswissenschaft (EuB) an der Universität Hamburg geleistet werden.
- Die im Rahmen des Projekts von Lehrenden und Studierenden zusammengetragenen Texte, Materialien und Lernressourcen zum Themenfeld sowie das Seminarkonzept mit den didaktischen Überlegungen sollen als OER den Beteiligten sowie weiteren Standorten zur Verfügung gestellt werden.
- Erarbeitung eines Positionspapiers mit Überlegungen zu einer Kolonialismus reflektierenden Bildung. Im Mittelpunkt sollen bildungshistorische und -theoretische Reflexionen zum Umgang mit dem (deutschen) Kolonialismus und seinen Nachwirkungen stehen sowie die Frage diskutiert werden, unter welchen Bedingungen „Bildung“ in diesem Kontext überhaupt möglich ist.
Ein zentrales Anliegen postkolonial inspirierter Lehre und Forschung ist es, denThemenkomplex nicht nur aus deutscher bzw. europäischer Perspektive zu behandeln. Daher sind Lehrende und Studierende aus den Universitäten Yaoundé 1 und Garoua in Kamerun als Projektpartner:innen beteiligt.
Förderung: Stiftung Innovation der Hochschullehre
Laufzeit: 01.04.2026 bis 31.03.2028
Projektleitung: Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann
Mitarbeiter:innen:
Janet Owusu
Alexandra Raptis
Sidney Oliveira
Projektpartner:innen:
Prof. Dr. Bettina Kleiner, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Prof. Dr. Eugène Désiré Eloundou, Department of the Didactics of History, Ecole Normale Supérieure, University of Yaoundé 1
Prof. Pierre Fadibo, Dean of the Faculty of Education, University of Garoua
Prof. Dr. Alexis Armélien Gasisou, Department of the Didactics of History, Ecole Normale Supérieure, University of Yaoundé 1
Prof. Alhadji Mahamat, Faculty of Education, University of Garoua
Dr. Hassana Hamidou, visiting researcher Postdoc (Gastwissenschaftler) , Faculty of Education, University of Hamburg, University of Garoua