Neuerscheinung: Uncertainty in the Context of School and Teacher Education in Educational Science Literature—A Systematic Review
In diesem gemeinsamen Artikel des fakultären Forschungsschwerpunkts „Ungewissheit als Dimension pädagogischen Handelns“, steht die Frage welche Phänomene, Begriffe und theoretischen Konzeptualisierungen von Ungewissheit in erziehungswissenschaftlichen, schulpädagogischen und fachdidaktischen Diskursen zu finden sind, im Fokus. Im Ergebnis konnten u. a. vierunterschiedliche Felder, in denen sich Ungewissheit im Kontext Schule und Unterricht zeigt, unterschieden werden: (1) sogenannte disziplinäre Ungewissheiten, die vorrangig aus fachdidaktischer Perspektive untersucht werden, (2) individuelle Ungewissheiten, die ihren Schwerpunkt in der Professionsforschung im Kontext Lehrer*innen haben, (3) interaktionale Ungewissheiten, die vor allem in der qualitativen Unterrichtsforschung beforscht werden, und (4) kontextuelle Ungewissheiten, die in der Schulentwicklungsforschung im Zentrum stehen. Die Ergebnisse zeigen dabei einen grundlegenden Widerspruch zwischen normativen Setzungen und empirischen Befunden: Während viele Publikationen Ungewissheit auf theoretischer (normativer) Ebene als etwas betrachten, das als produktives Moment aufgegriffen oder sogar aktiv initiiert werden sollte, zeigen die empirischen Studien, dass Ungewissheit in der schulischen Praxis eher als zu überwindendes oder sogar zu vermeidendes Moment konzeptualisiert und behandelt wird. Der gemeinsame Artikel von Ingrid, Bähr, Britta Lübke, Kerstin Michalik, Teresa Berding, Ioana Chiotoroiu, Melissa Hanke, Telse Iwers, Dagmar Killus, Claus Krieger, Jessica Kruska, Julia Schwanewedel, Sandra Sprenger, Ole Stabick, Constanze Struck, Merve Yilmaz, Andreas Bonnet und Angelika Paseka erscheint Open Access im Journal Review of Educational Research.