Politische Subjektivierungen Jugendlicher zwischen Protest und Bildung (DFG-Projekt)
Projektbeschreibung:
Das DFG-Forschungsprojekt „Politische Subjektivierung Jugendlicher zwischen Protest und Bildung“ (PoliSJu) zielt auf eine erziehungswissenschaftliche Analyse politischer Subjektivierungen junger Menschen und Jugendlicher im Zusammenhang mit bildungsbezogenen Protestpraktiken.
Den Fokus der Untersuchungen bilden verschiedene Praktiken und Arenen, in denen Jugendliche und junge Menschen durch politische Protestformen, Bewegungen und Aktivitäten derzeit als politische Akteur:innen in Erscheinung treten bzw. zu politischen Subjekten gemacht werden. Das Forschungsinteresse gilt dabei nicht allein den unterschiedlichen Formen politischer Artikulation, sondern ebenso deren Verschränkung mit bildungsbezogenen Formaten, etwa: Workshops, Schools, Informationsveranstaltungen oder Erfahrungsräumen. Beide Aspekte – politischer Protest und pädagogische Aufklärungsbemühung – lassen sich als Einsätze ‚for future‘ lesen und werden im Projekt als Praktiken politischer Subjektivierung untersucht. Damit verfolgt das Vorhaben eine theoretische wie empirische Analyse der subjektivierenden Dimension politischer Praxis Jugendlicher. Zugleich rücken auch die politisierenden Dimensionen jugendlicher Subjektivierung in den Blick, wie sie sich beispielsweise in der Zumutung oder Aberkennung politischer Akteur:innenschaft zeigen.
Mittels eines qualitativen Zugangs durch ethnographische Feldforschungen und ethnographischen Interviews sowie einer diskursanalytischen Auswertungsstrategie untersucht das Forschungsprojekt, wie sich in der politischen Praxis der jugendlichen Akteur:innen Formen der Selbstpositionierungen, Selbstverständigungen und der politischen Bildung miteinander verzahnen.
Fragestellungen:
- Welche politischen Artikulationen Jugendlicher lassen sich derzeit beobachten und wie sind diese mit der Ausprägung oder Herstellung eigener Räume, Arenen oder Formen politischer Bildung verschränkt?
- Welche Selbstverhältnisse und Positionen werden in politischen Artikulationen Jugendlicher eingenommen, zugemutet, erfahren oder zurückgewiesen?
- Welche pädagogischen Settings werden als und für politische Artikulationen etabliert und genutzt?
Projektziele:
- Das Projekt liefert theoretische und empirische Befunde zur Grundlagenforschung über politische Subjektivierungen Jugendlicher im Kontext sozialer Bewegungen und politischen Aktivismus. Es ermöglicht so ein vertieftes Verständnis jugendlicher Politikpraxis und bearbeitet damit das Verhältnis von politischem Engagement und demokratischer Praxis in gegenwärtigen Jugendbewegungen, das insbesondere im 16. Kinder- und Jugendbericht des BMFSFJ als Desiderat herausgestellt wurde.
- Darüber hinaus klärt das Vorhaben, wie gegenwärtige Protestpraktiken als politische Subjektivierungen eigene Artikulationsformen Jugendlicher hervorbringen, auch in Verbindung mit digitalen Formaten, und wie diese mit bildungsbezogenen Arrangements und Settings verschränkt sind.
- Die Forschungsbefunde bieten schließlich Anknüpfungspunkte an die Debatten im Feld der politischen Bildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Deren theoretische Reichweite und inhaltliche Bedeutung sollen im Feld der Jugendforschung sowie gemeinsam mit Jugendlichen und pädagogischen Akteur:innen auf der Basis der empirischen Ergebnisse zum Projektende reflektiert werden.
Kontakt:
polisju.ew@uni-hamburg.de(polisju"AT"ew-uni-hamburg.de)
Projektseite in der DFG-Datenbank (GEPRIS)
DFG Förderzeitraum:
2026 - 2028