Digitale Sinnlenkung
"Digitale Sinnlenkung. Algorithmisch vermittelte religiöse Sinnangebote als Bildungs- und Ethikproblem"
Digitale Plattformen und KI-gestützte Systeme strukturieren zunehmend, welche Inhalte für Nutzer*innen sichtbar sind. Dies gilt in besonderem Maße für Social Media, wo algorithmische "recommender Systeme" die Bildung von Wertorientierungen und Vorstellungen eines guten Lebens prägen. Das Projekt setzt an der Beobachtung an, dass Sinnangebote und deren Rezeptionen in diesen digitalen Öffentlichkeiten eine neue, bislang unzureichend untersuchte Rolle spielen. Eine besondere Rolle spielen hier religiöse Sinnangebote, welche allerdings bisher in der breiteren Forschung kaum Beachtung fanden. Religiöse Symbole, Narrative und Körper- und Rollenbilder werden algorithmisch verstärkt, neu kombiniert und normativ aufgeladen. Dies gilt auch für die Verbindung von christlichen Motiven mit Optimierungs- und Männlichkeitsdiskursen sowie gesellschaftlichen Rollenbildern, welche häufig mit Naturalisierungen und Gewissheitskonstruktionen verknüpft sind. Ziel des Projekts ist es, einen interdisziplinären Forschungsrahmen an der Schnittstelle von Theologie, Philosophie, Biologie sowie Erziehungswissenschaft zu entwickeln, der algorithmisch vermittelte, religiöse Sinnangebote sowie ihre Naturalisierungen und Gewissheitskonstruktionen genauer untersucht und auf ihre Konsequenzen für eine zukunftsgewandte Bildung und die dafür notwendigen Kompetenzen hin befragt.
Beteiligte: Dr. Britta Lübke (UHH), Dr. Deniz Sarikaya (Universität zu Lübeck) & Dr. Pierre Sfendules (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Laufzeit: 04/2026 - 09/2026
Gefördert von: Hanse University Alliance